Budni-FORUM Frühkindliche Bildung
Sprich mit mir!
Das BUDNI BILDUNGS-FORUM „Frühkindliche Bildung“ diskutierte mit Experten: „Sprich mit mir!“ Diese Aufforderung war der Ausgangspunkt des Bildungs-Forums von BUDNI im ausverkauften Marmorsaal des Deutschen Schauspielhauses. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Stellenwert die Sprache und Sprachentwicklung in der frühkindlichen Entwicklung und Bildung hat.
BUDNI hatte wieder Experten zum Thema eingeladen. Inge Nowak stellte ihr Projekt „Moki – Monheim für Kinder“ vor. Monheim ist eine Stadt zwischen Köln und Düsseldorf. Die Diplom-Sozialarbeiterin konzentriert sich hier mit ihrer Arbeit auf Kinder, die von Armut betroffen sind. Dabei versucht sie, den negativen Folgen auf die Bildungschancen, die oft damit verbunden sind, frühzeitig zu begegnen.

Frau Nowak ist darüber hinaus eine von fünf lizensierten Marte Meo-Supervisorinnen. Marte Meo ist eine Methode, bei der durch Videoanalyse die Art und Weise des (sprachlichen) Umgangs zwischen Eltern und Kindern untersucht wird: „Benennen Eltern ihrem Baby gegenüber, was sie tun? Können sie sich auf das freie Spiel des Kleinkinds einlassen? Passen sie sich der Lerngeschwindigkeit des Kindes an? Lassen Sie Eigeninitiative zu? Dies sind beispielhaft einige der Fragen, von denen die Analyse geleitet wird und mit denen Kommunikationsstörungen herausgearbeitet und durch ein Training behoben werden“, erläuterte sie.
Die Leiterin der Kita Otto-Brenner-Straße in Wilhelmsburg, Ursula Viereck, berichtete von ihrer Arbeit mit Kindern aus mehr als 60 Nationen im Alter von 8 Wochen bis 6 Jahren. Dabei hat sie positive Erfahrungen mit zweisprachigem Personal gemacht (u.a. türkisch, polnisch, französisch usw.): So kann sich jedes Kind sowohl in seiner Herkunftssprache als auch in der deutschen Sprache entwickeln. Insbesondere die Erlebnispädagogik sei für die Sprachentwicklung förderlich: „Das bewirkt unter anderem, dass sich eben auch Kinder mit Migrationshintergrund normal entwickeln können und nicht dadurch in ihrer Ausdrucksfähigkeit von vornherein eingeschränkt werden, weil von ihnen erwartet wird, sich komplett in deutsch zu äußern“, so Frau Viereck.
In der Diskussion wurde unter anderem deutlich, dass sich in der Sprache die Beziehung zwischen Menschen ausdrückt. Ist die Beziehung etwa zwischen Kind und Mutter gestört, kann auch die Sprachentwicklung darunter leiden.




