BUDNI-FORUM FRÜHKINDLICHE BILDUNG
ANEIGUNG DER WELT DURCH BEWEGUNG
Lebendige Diskussionen gab es am 10. Juli 2008 im BUDNI-Forum im ausverkauften Marmorsaal des Schauspielhauses zum Thema „Wer sich bewegt – mit dem kann man auch rechnen. Kognitive Entwicklung und Bewegung“.

Im Lernprozess eines Menschen spielt der Körper neben der Sprache sowie anderen Menschen bzw. sozialen Bindungen eine wichtige Rolle. Das war der Ausgangspunkt des BUDNI Bildungs-Forums im Marmorsaal des Deutschen Schauspielhauses, das u.a. vom BUDNI-Geschäftsführer Cord Wöhlke sowie Schulsenatorin Christa Goetsch initiiert wurde.
In diesem Prozess des Lernens kommt es nach Überzeugung von Experten schon auf den Anfang, also die Weichenstellungen in der frühkindlichen Entwicklung, an. Die Bewegung spielt dabei schon ab Geburt an eine wesentliche Rolle. Nachweislich hängen Zahlen- und Sprachverständnis eng mit der Bewegungsentwicklung zusammen. Bewegungsarmut im jungen Alter ist folglich ein Bildungs- und nicht zuletzt ein Gesundheitsrisiko im Hinblick auf spätere Krankheiten wie Osteoporose oder Rückenbeschwerden. Dies verdeutlichte Prof. Dr. Renate Zimmer, die als Expertin des Themas zu Gast beim BUDNI Bildungs-Forum war.
„Die körperliche Bewegung ist ein Mittel, um sich die Welt anzueignen. Nur durch Bewegung erfährt etwa ein Baby, was ein Raum ist und wo sein eigener Standpunkt liegt“, so die Expertin. „Diese Doppeldeutigkeit ist gewollt: Zu wissen, wo sein eigener Standpunkt ist, bildet die Grundlage für die Ausbildung von Selbstbewusstsein.“
Selbstständig stehen zu können, über alle Sinne die Umgebung zu erforschen – das gehört seit langem zum Bewegungskonzept, das in der Kita Tornquiststraße bei Kindern im Alter von 8 Monaten bis 3 Jahren umgesetzt wird. Dies geschieht etwa über verschiedene Bewegungsebenen, die unter Mithilfe der Eltern in die Betreuungsräume eingebaut wurden. Torsten Lübke, Leiter der Kita, berichtete von Erfahrungen wie etwa dieser: „Eltern haben oft Angst davor, dass sich ihre Kinder weh tun könnten, wenn sie bei uns die Altbautreppen hoch- und runterkrabbeln. Und sind dann sehr überrascht darüber, was ihre Kinder schon alles können.“
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