Verleihung des BUDNI Pflegepreises 2009

Ehrung für die private Pflege von Angehörigen

Für Sybille Asmus-Meyn, Inge Brandt und Monika Jahnke war es ein ganz besonderer Auftritt. Vor mehr als 250 Zuschauern wurde ihnen im CCH der erste BUDNI Pflegepreis übergeben.

„Mit diesem Preis wollen wir ihr ganz persönliches Engagement sichtbar machen, das mit viel psychischer und physischer Anstrengung, aber auch mit viel Freude verbunden ist“, sagte BUDNI-Geschäftsführer Cord Wöhlke bei der Preisübergabe.

Den festlichen Rahmen für die Übergabe stellte der so genannte Pflegetag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK), der im Rahmen der „Care fair“, einer Messe zum Thema Pflege, im Congress Centrum veranstaltet wurde.

Vorausgegangen war eine Ausschreibung des Preises in allen BUDNI-Filialen. Bewerben konnte sich jede Person aus der Metropolregion Hamburg, die seit mindestens zwei Jahren einen Menschen pflegt. Bedingung war, dass dieser Mensch in eine Pflegestufe eingruppiert oder dement ist. Zu den Kriterien zählte aber auch die Bereitschaft der pflegenden Angehörigen, professionelle Hilfe in die Pflege einzubeziehen.

Die Resonanz der Kunden war durchweg positiv: „Ich fühle mich in der Öffentlichkeit vollkommen falsch wahrgenommen“, so schrieb eine Bewerberin etwa, „Ich möchte, dass mal zur Kenntnis genommen wird, dass die Pflege eines Angehörigen nicht automatisch bedeutet, dass das Leben voller Unglück ist“.

Über die Preisträger entschied eine Jury mit Vertretern aus Arbeiterwohlfahrt, dem Caritasverband, dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Diakonischen Werk sowie der Hamburger Gesundheitshilfe (HGH) und nicht zuletzt der BUDNI-Geschäftsführung.

Über Hausbesuche dieser Experten fand eine Einschätzung der Pflegesituation statt, die schließlich in der Auswahl der Preisträger mündete.

„Uns fiel diese Auswahl sehr schwer, denn hinter jeder Bewerbung stand eine Geschichte, die uns sehr berührt hat“, erläuterte Cord Wöhlke.

Ausgezeichnet wurden drei Personen:

Frau Asmus-Meyn hat für ihr unermüdliches Engagement für ihre stark geistig und körperlich eingeschränkten Zwillinge 2.500 Euro erhalten. Sie benötigt vor allem ein behindertengerecht ausgestattetes Auto, wofür dieser Preis eine erste Rate sein kann.

Frau Jahnke und Frau Brandt erhielten je 1.000 Euro als Anerkennung für die Pflege ihres Ehemanns bzw. Ehemanns und Vaters.

Wie dringend notwendig eine bessere Öffentlichkeitsarbeit ist, zeigte sich während der Podiumsdiskussion mit Sozialsenator Dietrich Wersich, die der Preisverleihung vorangegangen war. In dieser wurde die Einführung von acht sogenannten Pflegestützpunkten in Hamburg diskutiert. Die Stützpunkte sollen künftig zentrale Anlaufstelle für alle diejenigen sein, die zum ersten Mal mit der Notwendigkeit, Pflege zu organisieren, konfrontiert werden. Sie sollen alle notwendigen Informationen über die verschiedenen, zur Verfügung stehenden Hilfseinrichtungen bündeln und so für eine Übersichtlichkeit sorgen, die bislang oft für eine effektive und gut unterstützte Pflege ehrenamtlich Tätiger fehlte.

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