Wenn Kinder fremdeln

Angsthäschen statt Sonnenschein

Ob Oma oder Onkel – in der Fremdelphase kann es beim Anblick von weniger vertrauten Personen schnell mit Babys guter Laune vorbei sein. Einzig sicherer Hort sind dann nur Mamas oder Papas Arme.

In seinem zweiten Lebenshalbjahr beginnt ein Baby zunehmend seine Umwelt zu entdecken.
So manches Kind reagiert nun ablehnend auf fremde oder wenig vertraute Menschen. Manche schreien lauthals, andere wenden den Kopf ab oder suchen Schutz bei den Eltern.

Kinder beginnen frühestens mit fünf Monaten zu fremdeln, die meisten im Alter zwischen sechs und neun Monaten. Am stärksten ist dieses Verhalten zwischen dem achten Monat und dem Ende des zweiten Lebensjahres ausgeprägt. Da parallel zum Fremdeln auch die Neugier der Kinder zunimmt, verliert sich die Angst vor Fremden meist zu Beginn des zweiten Lebensjahres.

Natürliche Schutzfunktion

Kinder beginnen zu einer Zeit zu fremdeln, in der sie motorisch große Fortschritte machen.
Sie krabbeln, ziehen sich hoch, machen ihre ersten Gehversuche und erkunden ihre Umwelt nun zunehmend selbst. Mit der neuen Mobilität wachsen auch die Gefahren für ein Kind. Darum hat das Fremdeln eine Art Schutzfunktion: Die Angst vor Unbekannten sorgt dafür, dass das Kind in den ersten Lebensjahren in der Nähe der Menschen bleibt, die für sein Wohl sorgen, und begrenzt den Aktionsraum der kleinen neugierigen Entdecker.

Ängste ernst nehmen

Eltern sollten die Beschützerrolle annehmen, die ihnen das Baby zuweist, und das Angstgefühl ihres Kindes ernst nehmen. Für das Baby ist die Angst real, auch wenn es Erwachsenen übertrieben erscheinen mag. Das Kind betrachtet seine Eltern als sicheren Hort, von dem aus man die Welt erkunden, zu dem man aber auch ganz schnell zurückkehren kann. Reagiert das Kind akut auf eine fremde Person, hilft es meistens, es auf den Arm zu nehmen, beruhigend auf es einzusprechen und ein paar Schritte zurückzugehen. So gibt man seinem Kind die Möglichkeit, den Fremden aus sicherer Entfernung etwas genauer zu betrachten. Oft lässt der neugierige Blick von Mamas Schulter dann auch nicht lange auf sich warten.

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