
Hilfe für kleine Schniefnasen
„Draußen“ ist der Lieblingsort der meisten Kinder. Mit schniefender Nase und brennenden Augen macht das Spiel im Freien allerdings nur halb soviel Spaß.
Therapie: Erkennen und helfen
Rote Augen, ein klarer wässriger Schnupfen, häufiges Niesen, manchmal verbunden mit allgemeinem Unwohlsein, sind Anzeichen für einen allergischen Schnupfen. Zugegeben, recht unspezifische Symptome. Manche Eltern ahnen deshalb erst in der zweiten Saison etwas – wenn ihnen auffällt, dass ihr Kind im vorherigen Jahr zur selben Zeit „erkältet“ war. Um einen Verdacht zu bestätigen oder zu entkräften, führt der Kinderarzt einen Allergietest durch. Meist nimmt er dazu ein Mal Blut ab, das er dann auf verschiedene Allergene testet.
Wenn ein Kind nur sehr leichte Beschwerden hat, verschaffen Antihistaminika Erleichterung. Stärkere Symptome sprechen dagegen für eine Hyposensibilisierung – zumal sie den gefürchteten „Etagenwechsel“ verhindern kann. Denn 30 bis 40 Prozent der kleinen Heuschnupfen-Patienten entwickeln später Asthma. Die Hyposensibilisierung kann beginnen, wenn das Kind mindestens fünf Jahre alt ist. Dabei wird in geringer Dosis das Allergen injiziert – so kann sich der Körper seine Allergie quasi abgewöhnen. Gegen Gräserpollen-Allergien gibt es inzwischen auch Tabletten. Meist bleiben aber Spritzen das Mittel der Wahl: Zum einen kann der Arzt die Injektionen besser überwachen. Zum anderen lässt sich per Spritze gleich ein Allergen-Cocktail verabreichen, denn viele Kinder plagen sich nicht nur mit einer Allergie.
Prävention: Nicht in Watte packen
Viel besser als dem Immunsystem Allergien mühsam wieder abzutrainieren wäre es, die „Überreaktion“ erst gar nicht entstehen zu lassen. Allergiker, die Eltern werden, vererben ihren Kinder ein größeres Risiko, selbst Allergien zu entwickeln. Deshalb tun sie einiges, um Stoffe, die Allergien auslösen können, von ihren Kindern fernzuhalten. Inzwischen haben Wissenschaftler viele der gängigen Tipps an Allergikerfamilien überprüft. Doch viele Schutzmaßnahmen haben keinen oder nur einen minimalen Effekt und können das Leben der Familien einschränken.
Stillen
Muttermilch bleibt empfehlenswert. Relevant dafür, ob ein Kind später eine Allergie entwickelt, ist allerdings nur das Stillen in den ersten vier Monaten. Nach oder anstelle der Muttermilch sollte hypoallergene Babymilch auf dem Speiseplan stehen.
Beikost
Aus dem Gläschen dürfen Babys ab dem 5. Monat löffeln. Damit länger zu warten sei nicht ratsam, ebenso wenig wie ein Verzicht auf Kuhmilch, Ei oder Fisch im ersten Lebensjahr. Wichtig dabei: den Körper Schritt für Schritt an die Nahrungsmittelvielfalt heranzuführen: Jede Woche sollte nur ein neues Lebensmittel auf den Speiseplan kommen.
Haustiere
Auf sie zu verzichten, ist in allergisch belasteten Familien nicht unbedingt notwendig – natürlich nur, solange niemand allergisch auf das Tier selbst reagiert. Der enge Kontakt zu einem Hund beispielsweise kann eher schützen als schaden.
Hygiene
An den ganz normalen Keimen im Haushalt, im Kindergarten oder im Supermarkt übt das kindliche Immunsystem. In fast keimfreier Umgebung fehlt ihm das Training – und eben das führt dazu, dass es plötzlich bei an sich harmlosen Stoffen wie Birkenpollen oder Hühnereiweiß Alarm schlägt.




