
Über die Sinneswahrnehmungen von Babys
Mama, du riechst so gut
Das Baby fühlt und berührt, es träumt, macht Erfahrungen und reagiert. Die sinnlichen Wahrnehmungen sind die Wurzel jeder Erfahrung, durch die ein Kind die Welt verstehen lernt. Es nimmt seine Umwelt nicht mit einzelnen Sinnesorganen wahr, sondern mit seiner ganzen kleinen Persönlichkeit, zu der auch Gefühle, Erwartungen, Erfahrungen und Erinnertes gehören. Dieses Zusammenspiel aus Wahrnehmungen und der Besinnung auf bereits Erfahrenes ist subjektiv und jeder Mensch bewertet Situationen unterschiedlich. Von Anfang an beeinflusst die Wahrnehmung die Persönlichkeit, ja den Charakter eines Menschen.
Gerüche prägen die Erinnerung
Beim Neugeborenen sind die körpernahen Sinne, d.h. Fühlen, Riechen und Schmecken, zunächst aktiver als die körperfernen Sinne, also Sehen und Hören. Der Geruchssinn ist bei der Geburt bereits gut entwickelt. Nach wenigen Tagen kann das Baby seine Mutter am Geruch erkennen und von anderen Personen unterscheiden, es hat eine Vorliebe für den Duft der Mutter. Übrigens, nicht nur das Baby reagiert auf den Geruch der Mutter positiv, sondern die Eltern erkennen ihre Kinder ebenfalls am Geruch.
Die Sinne des Neugeborenen stimulieren
Riechen
Der Brustwarzenhof ist von sogenannten Mont-gomery-Drüsen umgeben. Sie sondern den individuellen „Mama-Duft“ ab. Deshalb sollten Sie die Brust nur mit Wasser abspülen, parfümierte Seifen oder Öle und Brustwarzensalben mit Eigengeruch bitte meiden!
Schmecken
Säuglinge bevorzugen noch keine geschmackliche Vielfalt. Stillen Sie Ihr Neugeborenes, nichts schmeckt ihm besser als Muttermilch. Beim Stillen genießen Babys mit allen Sinnen und merken, wie Ihr Hungergefühl der Sättigung weicht.
Fühlen
Für Neugeborene ist die Wahrnehmung über die Haut, Lippen und Zunge die wichtigste Sinnesreizung überhaupt. Ihr empfindlicher Mund ist perfekt ausgerüstet, um die warme Brustwarze zu finden. Die Haut hat Rezeptoren für Druck, Wärme, Vibration und Schmerz.
Das Spüren des eigenen Körpers, also Bewegungsempfindungen der Muskeln und Gelenke, sowie der Gleichgewichtssinn gehören zur ganzheitlichen Sinneswahrnehmung des Babys. Durch körpernahes Tragen können Sie beides unterstützen und anregen. Das Baby mag Ihre Bewegungen, den Rhythmus von Schritten, den sanften Druck Ihrer Arme.
Sehen
Das Neugeborene sieht nicht viel, seine Augen wandern in den ersten Tagen ungezielt herum. Anfangs kann es am besten eine Entfernung von ca. 20 cm fokussieren, das ist etwa der Abstand von der Brust zum Gesicht der Mutter. Am liebsten schaut das Baby in lachende Gesichter. Intensive Farben und starke Kontraste nimmt es bald wahr, sie wecken sein Interesse am Sehen.
Hören
Das Hörvermögen von Neugeborenen ist gut ausgeprägt. Babys mögen hohe Töne. Die Stimme der Mutter kennen sie sogar schon aus dem Mutterleib. Singen Sie Ihrem Baby Kinderlieder vor. Dabei ist es völlig unwichtig, wie gut Sie singen. Ein entspanntes Baby wird seine ganze Aufmerksamkeit auf die Geräuschquelle richten und lauschen.
Text: Lansinoh




