
Aufmerksam statt ängstlich
Brustkrebs
Über 80 Prozent aller Brustkrebs-Patientinnen überlebt, weil der Krebs früh entdeckt wird. Welche Risikofaktoren es gibt und wie die Krankheit rechtzeitig festgestellt werden kann:
Die Risikofaktoren
Das Alter
Bei der Zellteilung passieren immer wieder kleine Fehler. Während ein junger Organismus solche Ausrutscher schnell repariert, reagiert der ältere Körper etwas langsamer. Und manchmal können schon geringe Änderungen im Zellstoffwechsel nach einer gewissen Zeit zu einem unkontrollierten Zellwachstum führen. Deshalb sind die meisten Krebsarten Alters-
krankheiten. 80 Prozent der Brustkrebs-Patienten erkranken nach dem 50. Lebensjahr.
Natürliche weibliche Hormone
Östrogen und Progesteron fördern im Zusammenwirken das Wachstum und die Teilung von Zellen der Brustdrüse. Je länger die hormonaktive Phase einer Frau dauert, desto größer ist das Risiko, dass gesunde Zellen zu Tumorzellen mutieren. Ein früher Beginn der Perioden-
blutungen erhöht deshalb das Risiko, genau wie ein später Eintritt der Wechseljahre.
Lebensstil
Fettreiche Ernährung, Übergewicht, Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum können anfälliger für Brustkrebs machen. Denn diese Faktoren verstärken die Aktivität der Hormone. Dass bestimmte Ernährungsformen das Risiko senken, ist nicht belegt.
Sport, vor allem nach den Wechseljahren reduziert es jedoch.
Die Gene
Das am seltensten vorkommende, aber größte Risiko besteht bei familiär gehäuft auftretendem Brustkrebs, denn in diesem Fall steckt bereits in der Erbsubstanz ein Defekt. Allerdings: Erkrankt eine Schwester oder die Mutter, heißt das noch lange nicht, dass eine genetische Belastung vorliegt. Erst wenn Brustkrebs oder auch Eierstockkrebs bei verschiedenen Familienmitgliedern und über mehre Generationen auftreten, sollte man die genetische Belastung abklären. Zuerst stellt der Arzt mit der Patientin einen Stammbaum auf und erhält dann durch einen Gen-Bluttest endgültige Sicherheit.
Die Früherkennung
Die Tastuntersuchung
Es gibt viele Anleitungen für die Selbstuntersuchung der Brüste. Bei Selbstuntersuchungs-
kursen wird an einem künstlichen Busen der Tastsinn geschult.
Wichtige Rahmenbedingungen für die Untersuchungen zu Hause:
- die Brüste nicht direkt vor der Periode untersuchen
- sie immer im Liegen und im Stehen betrachten
- sie unter der Dusche oder befeuchtet mit einem Gel abtasten, das verbessert den Tastsinn.
Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung
Die Kasse bezahlt die Vorsorge für Frauen ab 30. Bei der Untersuchung tastet die Gynäkologin oder der Gynäkologe auch die Brustdrüsen ab. Bei unklaren Befunden folgt Mammographie oder Ultraschall. Frauen, die ein erhöhtes Risiko haben, etwa wenn Hormoneinnahme und Übergewicht zusammenkommen, ist eine vorsorgliche jährliche Früherkennungs-Untersuchung ab 35 empfehlenswert. Frauen, die ein genetische Brustkrebsrisiko haben, sollten schon ab 25 jährlich zur Tast- und Ultraschalluntersuchung gehen.
Mammographie
Frauen zwischen 50 und 69 erhalten alle zwei Jahre eine Einladung für eine Röntgen-
untersuchung, das Mammographie-Screening. Die Wahrscheinlichkeit Brustkrebs in einem frühen heilbaren Stadium zu entdecken liegen im Mammographie-Screening heute bei über 80 Prozent.
Natürlich gibt es auch Nachteile: Manchmal stellt sich erst nach einem kleinen operativen Eingriff, heraus, dass das verdächtig aussehende Gewebe gesund ist. Das Abklären kleiner Befunde ist für viele Frauen belastend. Aber nur auf diesem Weg kann man sicherstellen, dass die Gewebeveränderungen nicht bösartig sind.




