Dinkel

Dinkel – Korn mit Charakter

Jahrtausendelang gehörte Dinkel fest zum Speiseplan vieler Europäer. Im Mittelalter, als viele Menschen täglich Getreidebrei aßen, gehörte auch die Nonne und Gelehrte Hildegard von Bingen zu seinen Fans. In den vergangenen hundert Jahren setzte sich der Nachfahre des Dinkels, Weichweizen, aufgrund seines höheren Ertragspotenzials fast vollständig gegen den Dinkel durch.

Eingebauter Selbstschutz

Dinkel ist ein echter Überlebenskünstler: Er gedeiht auch noch auf Böden, die für andere Getreidesorten zu nährstoffarm sind. Die Spelzen schützen den Kern. Sie verhindern, dass Krankheitserreger sich an seine Oberfläche heften. Dinkelkerne sind außerdem weniger anfällig für Pilzsporen als viele andere Getreidearten. Das macht ihn bei Öko-Landwirten sehr beliebt, denn sie beizen ihr Getreide vor der Aussaat nicht. Beizen nennt man das Behandeln des Saatguts mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln. So konnte Dinkel zunächst bei den Naturkostfans der 70er und 80er Jahre wieder Fuß fassen.

Heute kommen immer mehr Menschen auf den Geschmack, zumal Köche und Bäcker das herzhaft-nussige Aroma zu neuen Kreationen inspiriert. Dinkelteige für Hefegebäck brauchen etwas mehr Ruhe als andere, es schadet nicht, sie schon am Vortag herzustellen. Der sehr hohe Gehalt an Klebereiweiß gibt Dinkelmehl insgesamt beste Backeigenschaften. Nudeln aus Dinkelteig garen schneller als Weizennudeln – Pastaliebhaber sollten deshalb die Uhr im Blick behalten.

Noch grün hinter den Ohren

Wetterwidrigkeiten führten vor etwa 200 Jahren dazu, dass Dinkel eine zweite Karriere starten konnte – als Grünkern. Nach einigen verregneten und dadurch verdorbenen Ernten entschlossen sich manche Bauern dazu, den Dinkel vor seiner Reife einzufahren, um den Ertrag zu retten. Sie trockneten das noch sehr wasserhaltige, leicht verderbliche Getreide über Feuer, um es zu konservieren. Die Körner erhielten so ihre typische grüne Farbe und den würzig-rauchigen Geschmack. Suppen und Bratlinge mit Grünkern gehören heute zu den Lieblingen der modernen Vollwertküche.

Nebenjob in der Wellnessbranche

Dinkel wir nachhaltig genutzt: Der vom Dinkelkorn abgetrennte Spelz wandert als Füllstoff ins Dinkelkissen. Dinkel ist nicht so weich wie Daunen aber angenehm nachgiebig. Was die Körner aber vor allem als Kissenfüllung qualifiziert, ist ihre Eigenschaft, Wärme oder Kälte gut zu speichern. Erwärmen kann man das Dinkelkissen in der Mikrowelle oder im Backofen, einen Kälteschub erhält es im Gefrierfach. Das Dinkelkissen ist eine Alternative zur Wärmflasche oder zur Eispackung; manche Menschen schlafen auch gern auf dem Kissen.

Das Alnatura Sortiment bietet umfassenden Dinkel-Genuss vom ganzen Korn über Mehle und Flocken bis hin zu süßen und herzhaften Snacks in 100 Prozent Bio-Qualität. Hier eine kleine Auswahl.

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