
Lebensmittelunverträglichkeit
Genießen (fast) ohne Einschränkungen
Erdbeeren mit Quark, ein Wurstbrot oder Grillsoße – bei manchen Menschen verursachen vermeintlich harmlose Speisen Bauchgrummeln. Der Grund dafür sind oft Lebensmittel-
unverträglichkeiten.
Laktose-Intoleranz
Ein Glas Milch trinken? Für viele Menschen klingt das wenig verlockend. Denn bei 75 Prozent der Weltbevölkerung stellt der Dünndarm die Produktion von Laktase, einem Enzym, das Milchzucker spaltet, mit dem fünften Lebensjahr ein. Nehmen diese Menschen Milch oder Milchprodukte zu sich, bezahlen sie mit Bauchkrämpfen und Durchfall. Denn ohne Laktase gelangt Milchzucker in den Dickdarm, wo Bakterien ihn zu Säuren und Gasen abbauen. Diagnose: Laktose-Intoleranz.
Wer Milchzucker meidet, kann das Problem in den Griff bekommen. Laktosefreie Milch und laktosefreie Milchprodukte wie Joghurt bereiten meist keine Beschwerden. Wer davon ebenfalls Bauchschmerzen bekommt, kann auf Ersatzlebensmittel zurückgreifen, wie etwa Soja- oder Mandelmilch, Sojajoghurt oder naturreine Pflanzenöle. Im Restaurant wollen und können Betroffene Laktose oft nicht meiden. In diesen Fällen sind Laktase-Tabletten sinnvoll, die dem Darm das Enzym zuführen, das ihm fehlt.
Fruktose-Intoleranz
Wer unter einer Fruktose-Intoleranz leidet, hat von saftigen Wassermelonen wenig. Denn sie enthalten viel Fruchtzucker und bescheren Bauchkrämpfe, Durchfall und Übelkeit. Der Grund: Ähnlich wie bei der Laktose-Intoleranz gelangt Zucker, in diesem Fall Fruchtzucker, in den Dickdarm, weil die Dünndarmzellen ihn nur teilweise aufnehmen können.
Wer unter einer Fruktose-Intoleranz leidet, sollte auf Obstsorten wie Äpfel, Birnen und Wassermelonen also lieber verzichten. Auch Trockenfrüchte oder Gemüsesorten wie Lauch und Brokkoli sowie viele Diät- und Diabetikerprodukte enthalten reichlich Fruchtzucker. Denn Fruktose ist ein beliebter Zuckerersatzstoff. Auf den Zuckeraustauschstoff Sorbit reagieren Menschen mit Fruktose-Intoleranz meist ebenfalls empfindlich. Haushaltszucker, genauer gesagt Glukose, können Betroffene dagegen ohne Reue genießen.
Zöliakie
Reagieren Menschen überempfindlich auf Gluten, ein Klebereiweiß, das in Weizen und vielen anderen Getreidesorten vorkommt, spricht der Mediziner von einer Zöliakie. Neben Bauchschmerzen und Blähungen klagen Betroffene häufig über Müdigkeit, Knochen- und Gelenkschmerzen. Was genau bei einer Zöliakie im Körper vor sich geht, ist nicht geklärt. Kommt die Dünndarmschleimhaut eines Betroffenen mit Gluten in Kontakt, gehen ihre Zellen kaputt.
Auch die Darmzotten, die für die Aufnahme von Nährstoffen zuständig sind, werden in Mitleidenschaft gezogen. Wird die Gluten-Unverträglichkeit nicht früh erkannt, drohen Mangelerkrankungen. Betroffene müssen darauf achten, sich glutenfrei zu ernähren. Weizen, Roggen oder Dinkel enthalten Gluten. Sie gilt es, zu meiden. Stattdessen kann man auf Mais, Hirse oder Buchweizen zurückgreifen. Müsli-Mischungen, Backtriebmittel und Knabbersachen, sogar viele Fertiggerichte wie Lasagne, Canelloni und Pizza gibt es in glutenfreien Varianten.




