
Unser wichtigstes Wahrnehmungsorgan
Das Auge im Fokus
Etwa 60 Prozent aller Umweltinformationen gelangen durch die Augen in unser Gehirn. Ein guter Grund, unserem wichtigsten Wahrnehmungsorgan einen besonders aufmerksamen Blick zu gönnen.
Wie funktioniert eigentlich Sehen?
Beim Sehen reizen Lichtstrahlen, die ins Auge fallen, bestimmte lichtempfindliche Sinneszellen. Diese regen wiederum Nerven an, Signale ans Gehirn weiterzuleiten. Die Linse des Auges bündelt die Lichtstrahlen dabei so, dass ein klares Bild auf der Netzhaut des Auges entstehen kann. Die Netzhaut, auch Retina genannt, enthält zwei verschiedene Arten von Sinneszellen: etwa 120 Millionen Stäbchen und etwa sechs Millionen Zapfen. Zapfen sind vor allem in der Mitte der Netzhaut angeordnet und für das Farbensehen sowie die präzise Bildschärfe zuständig. Die Stäbchen nehmen Linien und Kontraste wahr, jedoch nur in Schwarz-Weiß und nicht ganz so scharf.
Warum haben Babys blaue Augen?
Fast alle Babys mit weißer Haut kommen mit blauen Augen zur Welt. Im Laufe der Zeit färben sich ihre Augen jedoch grau, grün oder braun. Die endgültige Augenfarbe bestimmt der körpereigene Farbstoff Melanin der für die Färbung der Pigmente in der Iris verantwortlich und beim Neugeborenen noch kaum vorhanden ist. Erst etwa sechs bis zwölf Monate nach der Geburt ist die Produktion des Farbstoffes abgeschlossen und die bleibende Augenfarbe zu sehen.
Warum kann Bildschirmarbeit das Sehvermögen verschlechtern?
Die Augenlinse krümmt sich, um nahe liegende Objekte scharf zu stellen, und sie wird flacher, um das Sehen in die Ferne zu ermöglichen. Bei der Arbeit am Bildschirm richtet sich der Blick ohne Unterbrechung auf den Nahbereich. Die Linse bleibt stets gekrümmt, der Muskel um sie herum unter Spannung. Auf Dauer überlastet man den Muskel und die Elastizität der Augenlinse geht zurück. Bereits nach einer andauernden Bildschirmarbeit von zwei Stunden kann es zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Kurzsichtigkeit oder Farbsinnstörungen kommen. Auch Schwierigkeiten bei der Anpassung an unterschiedliche Lichtverhältnisse können die Folge dieser Schwerstarbeit sein. Eine regelmäßige Regeneration der Augen ist also sehr wichtig: Nach zwei Stunden Bildschirmarbeit benötigt das Auge 15 Minuten Pause, besser noch fünf bis zehn Minuten pro Stunde. Dabei löst man den Blick vom Bildschirm, schaut in die Ferne, bewegt die Augen in alle Richtungen und blinzelt mehrmals.
Warum sind nachts alle Katzen grau?
Zapfen, die Sinneszellen für das Farbensehen, sind jeweils mit einer Nervenfaser verknüpft und geben ihren Reiz somit separat weiter. Mit ihnen sieht man deshalb sehr scharf – sofern der Lichtreiz stark genug ist. Die Stäbchen sind immer nur gruppenweise mit einer Nervenfaser verbunden. Sie sehen daher weniger scharf, benötigen aber auch weniger Licht. Dämmert es draußen, reicht der Reiz nicht mehr aus, um die weniger lichtempfindlichen Zapfen zu aktivieren. Damit nehmen die mit ihnen verbundenen Nervenfasern keine Erregung wahr und das Auge sieht keine Farbe. Die Stäbchen sind allerdings lichtempfindlich genug, dass sie auch bei geringem Licht noch reagieren und ihren Reiz weiterleiten.




