Hamburg, 19. Februar 2026 – Jeden Donnerstagmorgen steigt Hannelore Labitzke auf ihr Fahrrad und fährt zur Arbeit (im Winter mit dem Bus) . Nicht etwa aus Pflichtgefühl, sondern aus purer Freude. Mit 90 Jahren sitzt sie noch immer an der Kasse des budni-Drogeriemarktes im Alstertal-Einkaufszentrum – seit unglaublichen 45 Jahren. Damit gilt sie als wahrscheinlich älteste Kassiererin Deutschlands.
Während viele Gleichaltrige ihren Ruhestand genießen, entscheidet sich die zweifache Urgroßmutter bewusst für Begegnungen statt Stillstand. „Ich bin nur hier, weil es Spaß macht – andere Gründe gibt es nicht“, sagt Labitzke mit einem Lächeln, das längst zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Seit Jahrzehnten begrüßt sie jeden Kunden mit einem warmen „Einen schönen guten Tag“ – ein schlichtes „Hallo“ wäre ihr zu wenig. Viele Stammkunden planen ihren Einkauf bewusst am Donnerstag, denn dann ist „Lala“, wie sie liebevoll von ihrem AEZ-Team genannt wird, im Dienst.
Sie kennt Generationen von Familien: Kinder, denen sie früher einen Lolli schenkte und die heute selbst Nagellack kaufen. Geschichten wie diese machen sie zu weit mehr als einer Mitarbeiterin – sie ist ein Stück Alltagskultur im Viertel. Für das Team ist sie ohnehin unersetzlich. „Sie hat immer ein nettes Wort und ein offenes Ohr für Kunden und Mitarbeiter und ist ein Gewinn für unsere Filiale“, sagt budni-Teamleiter Lukas Cholewa. Im Markt gilt sie längst als „Mutter der Kompanie“.
Ein halbes Leben für „ihre“ Filiale
Wenn Nachbarn sie mittwochs in ihrem Schrebergarten sehen, sagen sie manchmal mitleidig: „Du Arme, musst morgen wieder arbeiten.“ Dann lächelt sie – und widerspricht freundlich. Sie müsse nicht. Sie wolle. Sie dürfe. Und sie könne. Labitzke spricht ohnehin nie von „der Arbeit“. Sie spricht von „ihrem Laden“. Seit 45 Jahren ist sie in genau dieser Filiale tätig, hat zwei Umzüge miterlebt und jede Regalreihe mit begleitet. Früher kannte sie sogar sämtliche Kurznummern auswendig.
Bevor sie zu budni kam, führte sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Tankstelle und ein Taxiunternehmen. Heute gehören ihr Schrebergarten und – früher regelmäßig – Reisen nach Fuerteventura zu ihren liebsten Auszeiten. Und zur Arbeit bringt sie fast immer dasselbe mit: eine Banane. Backen kann sie übrigens auch hervorragend, sagen ihre Kolleginnen.
Feier mit Kunden und Wegbegleitern
Das Unternehmen würdigt dieses außergewöhnliche Jubiläum am 19. Februar mit einer Feier direkt in der Filiale. Um 11 Uhr überreicht Geschäftsführer Christoph Wöhlke eine Urkunde sowie ein Jubiläums-Namensschild, während Teamleiter Lukas Cholewa eine goldene Kassenlade übergibt.
„Hannelore Labitzke ist weit mehr als eine Mitarbeiterin – sie ist ein Stück budni-Geschichte. Menschen wie sie sind ein Glücksfall: Sie verbinden Erfahrung mit echter Herzlichkeit und schaffen genau die Nähe, für die budni steht. Unser Anspruch war immer ‚auf gute Nachbarschaft‘, und Frau Labitzke lebt diesen Gedanken jeden Donnerstag aufs Neue. Dass sich Generationen von Stammkunden auf die Begegnung mit ihr freuen, zeigt, wie wertvoll solche Persönlichkeiten für ein Unternehmen sind. Wir gratulieren ihr von Herzen zu 45 Jahren bei budni und wünschen ihr für die Zukunft vor allem Gesundheit und weiterhin so viel Lebensfreude“, sagt Christoph Wöhlke, Geschäftsführer Iwan Budnikowsky GmbH & Co. KG.
Erfahrung, die bleibt
Hannelore Labitzke ist zwar budnis älteste Mitarbeiterin – ein Einzelfall ist sie jedoch nicht. Budni hat knapp 400 Mitarbeitende, die 60 Jahre und älter sind und 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die offiziell in Rente (älter als 67 Jahre) und noch in den Filialen tätig sind. Immer mehr Unternehmen entdecken den Wert erfahrener Ruheständler: ihre Expertise, ihre Loyalität und die oft über Jahre gewachsenen Kundenbeziehungen. Labitzke selbst denkt ohnehin nicht in Kategorien wie Alter oder Ruhestand. Solange sie donnerstags auf ihr Fahrrad steigen kann oder bei schlechtem Wetter in den Bus, wird sie es tun. Denn was sie antreibt, lässt sich kaum besser zusammenfassen als in ihren eigenen Worten: „Ich muss nicht arbeiten. Ich will.“
Fotos © budni/Heike Ross

